{"id":481,"date":"2013-07-29T07:44:27","date_gmt":"2013-07-29T06:44:27","guid":{"rendered":"https:\/\/zeptner.com\/?p=481"},"modified":"2020-07-08T12:09:12","modified_gmt":"2020-07-08T11:09:12","slug":"das-schluesselbein-krankenhauserlebnisse","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/zeptner.com\/?p=481","title":{"rendered":"Hospital Days Part I"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-drop-cap wp-block-paragraph\">Am 16. Juli 2013 gegen 11:15 Uhr hat es mich dann auch erwischt. Ich st\u00fcrze mit dem Fahrrad und falle auf die rechte Seite und schlage dabei auch noch mit dem Kopf auf den Asphalt. Noch w\u00e4hrend des Aufpralls beschlie\u00dfe ich einen Helm zu besorgen. Ich rutsche also \u00fcber den Teerbelag, bleibe kurz liegen und springe sofort wieder auf. Mein Blick wandert zu meinem rechten Bein, dort hat sich in wenigen Sekunden ein dickes Ei rechts des Schienbeins gebildet, gleichzeitig fasse ich mir an den Kopf und ertaste eine riesige Schwellung und feuchte Finger verraten mir, dass wohl auch Blut flie\u00dft. Als ich den rechten Arm senke schie\u00dft ein stechender Schmerz durch die Schulter. Aha &#8211; da ist also auch was kaputt, schie\u00dft es mir durch den Kopf.<br>Ich such mein verstreutes Zeug zusammen und mache mich einarmig mit dem Rad auf den R\u00fcckweg. Es ist den Hormonen geschuldet das ich das schaffe, bekanntlich wird ja direkt nach so einem Sturz eine Menge Adrenalin ausgesch\u00fcttet, angeblich nur zu dem Zweck damit man seinen K\u00f6rper und andere Dinge noch nach Hause schaffen kann.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dort angekommen ziehe ich unter heftigen Schmerzen das T-Shirt aus und eine seltsame Beule auf der rechten vorderen Schulter wird sichtbar. Verdammt, sieht nach Schl\u00fcsselbeinbruch aus. Somit ist eine Fahrt ins Krankenhaus unausweichlich. Die Schwellung am Sch\u00e4del blutet zum Gl\u00fcck nur oberfl\u00e4chlich und tut kaum weh. Sie wird umgehend mit Eis versorgt, im Wechsel mit der Schwellung am Unterschenkel. Da ich ein ordentlicher Mensch bin und im Krankenhaus niemanden einen ungeduschten K\u00f6rper zumuten will, springe ich noch schnell in die Dusche und wasche mich so gut es geht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Vergeblich versuche ich Carmen zu erreichen, also muss ich eine Entscheidung treffen wie es nun weitergeht. Krankenhaus scheint unumg\u00e4nglich. Aber welches? Wie pflege ich immer zu sagen &#8211; Google wei\u00df alles!<br>Ich setze mich also an den PC und such nach Krankenh\u00e4usern in der Umgebung. Das erste scheidet aus, da es auf Altersleiden (Geriatrie) spezialisiert ist, das merke ich mir f\u00fcr sp\u00e4ter mal. Das zweite scheidet aus da die Bewertungen von Patienten nichts Gutes ahnen lassen. Ich entscheide mich als f\u00fcr das Marienhospital in Gelsenkirchen \u00dcckendorf, es ist als Unfallkrankenhaus ausgewiesen und passt somit ja auch perfekt zu meinen Bed\u00fcrfnissen. Zufriedene Patienten kann ich auch noch schnell recherchieren. Ich ziehe mich an und suche die wichtigsten Sachen f\u00fcrs Krankenhaus zusammen &#8211; genau die Krankenkassenkarte und Geld und ein Handy damit ich weiter versuchen kann meine bessere und attraktivere H\u00e4lfte zu erreichen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich schreibe einh\u00e4ndig eine SMS und schleppe mich ins Auto. Gottlob hat unser BMW eine Automatik die es mir erm\u00f6glicht auch einh\u00e4ndig am Stra\u00dfenverkehr teilzunehmen. Noch d\u00e4mpfen zum Gl\u00fcck die h\u00fcbschen kleinen Adrenalin-Hormone die Schmerzen und ich fahre in das drei Kilometer entfernte Marienhospital. Dort angelangt entscheide ich mich aufgrund meiner Verletzung f\u00fcr einen Behindertenparkplatz vor der orthop\u00e4dischen Ambulanz.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich qu\u00e4le mich aus dem Auto und lasse mir an der Anmeldung erkl\u00e4ren das ich dort v\u00f6llig falsch bin und in den ersten Stock zur allgemeinen chirurgischen Ambulanz muss. Ich lausche der Wegbeschreibung und vergesse quasi jedes Wort nach dem es ausgesprochen wurde. Ich marschiere los und frage mich durch. In der Ambulanz angekommen werde ich freundlich empfangen und man bekundet mir eine Wartezeit von etwa einer halben Stunde. Der Arzt guckt sich kurz meine Schulter an und trifft dann eine v\u00f6llig \u00fcberraschende Entscheidung &#8211; &#8222;Das m\u00fcssen wir r\u00f6ntgen!&#8220;. Nein! Doch! Ohhh!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In der R\u00f6ntgenabteilung, die sich direkt neben der Ambulanz befindet &#8211; da hat doch echt mal jemand mitgedacht -,warte ich noch mal 20 Minuten. Eine wirklich ausgesprochen freundliche Mitarbeiterin verstrahlt mich zweimal und fl\u00f6tet mir dann zu, dass sie mal den Arzt holen will. Der kommt dann auch z\u00fcgig wirft einen Blick auf die Aufnahme und teilt mir freudig mit, dass wir uns gleich bei ihm in der Ambulanz wieder sehen. Die nette R\u00f6ntgenblickschwester erkl\u00e4rt daraufhin, dass auf dem zweiten Bild bereits meine Fraktur wundersch\u00f6n zu sehen ist und sie mich keiner weiteren Strahlenbelastung mehr aussetzen wollte und deshalb beim Arzt R\u00fcckfrage gehalten hat. Ich bin \u00fcber soviel F\u00fcrsorge f\u00fcr den Patienten beeindruckt.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-gallery columns-1 is-cropped wp-block-gallery-1 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex\"><ul class=\"blocks-gallery-grid\"><li class=\"blocks-gallery-item\"><figure><a href=\"https:\/\/zeptner.com\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/bild3.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"807\" src=\"https:\/\/zeptner.com\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/bild3.png\" alt=\"\" data-id=\"483\" data-full-url=\"https:\/\/zeptner.com\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/bild3.png\" data-link=\"https:\/\/zeptner.com\/?attachment_id=483\" class=\"wp-image-483\" srcset=\"https:\/\/zeptner.com\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/bild3.png 1024w, https:\/\/zeptner.com\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/bild3-300x236.png 300w, https:\/\/zeptner.com\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/bild3-768x605.png 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><figcaption class=\"blocks-gallery-item__caption\">Broken Wing<\/figcaption><\/figure><\/li><\/ul><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zur\u00fcck in der Ambulanz warte ich nochmals eine viertel Stunde und habe dann den Arzt mit dem osteurop\u00e4ischen Akzent wieder vor mir.<br>Quasi im vorbeigehen lerne ich den lateinischen Ausdruck f\u00fcr Schl\u00fcsselbein. Meine Clavicula ist gebrochen hei\u00dft es, ein idealer Bruch um zu operieren, der Oberarzt guckt sich die Bilder auch noch an und beide versprechen mir das mein Klavier bald wieder in Ordnung kommt &#8211; ach ne mein Fl\u00fcgel. Der Arzt will den OP-Plan pr\u00fcfen ob ich vielleicht am n\u00e4chsten Tag schon operiert werden kann. Ich bleibe im Zimmer zur\u00fcck. \u00dcber eine halbe Stunde passiert nichts und ich beginne zu dehydrieren. Eine Schwester, die ich vorher nicht gesehen hatte betritt das Zimmer und fragt, wer zur H\u00f6lle denn ich w\u00e4re. Ich stelle mich als den Patienten vor, der auf einen Termin f\u00fcr seine OP wartet. Es stellt sich heraus, das mittlerweile Schichtwechsel im Krankenhaus war. Die Schwester versorgt mich mit Wasser und sucht den Arzt, dieser such den Oberarzt und eben selbiger kann gerade nichts zum OP-Plan sagen weil er gerade operiert. Ich soll doch noch ein wenig die Sonne genie\u00dfen und in einer guten halben Stunde wieder vorbeischauen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich nutze also die Zeit sinnvoll um der netten Frau an Information mitzuteilen, dass ich einen Behindertenparkplatz belege und man bitte mein Auto nicht abschleppen m\u00f6ge. Sie guckt mich freundlich an und fragt mich ob ich denn keinen Behindertenausweis ins Fahrzeug gelegt h\u00e4tte ich erkl\u00e4re, das ich erst seit knapp zwei Stunden behindert bin und ich deswegen damit nicht dienen k\u00f6nne. Sie verspricht die Techniker zu informieren (offensichtlich lassen die dort Autos abschleppen). Ich schaue sicherheitshalber mal nach und bin beruhigt den BMW noch auf seinem Platz vorzufinden. Ich rufe noch kurz meinen Chef an und \u00fcberbringe die tolle Nachricht. Da ich sonst nichts weiter zu tun habe rufe ich auch noch meinen Freund Micha an und schildere auch ihm meine Heldentat. Nat\u00fcrlich schreibe ich zwischendurch immer wieder eine SMS an Carmen, damit sie sich nicht zu sehr sorgen muss, bekomme aber keine Antwort.<br>Ich frage auch schon mal nach was Wahlleistungen wie Zweibettzimmer kosten und was ich daf\u00fcr machen muss.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zur\u00fcck in der Ambulanz teilt mir mir freudig mit, dass ich am n\u00e4chsten Tag operiert werde und das man mir deswegen direkt Obdach gew\u00e4hrt. Mein Wunsch nach einem Zweibettzimmer wird an die Station weitergeleitet Ehe ich mich versehe bin unterwegs zu einem EKG und Narkosegespr\u00e4ch. Zwanzig Minuten sp\u00e4ter bin ich in meinem Zimmer auf der Station 7B .<br>Die Schwester, die mein Bett ins Zimmer bringt sagt mir, dass sie mich sp\u00e4ter noch vermessen will. Sp\u00e4ter, wende ich ein, w\u00e4re nicht so gut, weil ich m\u00f6chte noch mal nach Hause fahren. Sie erledigt es sofort, diese Freundlichkeit und das aufmerksame Verhalten der Angestellten hier verbl\u00fcfft mich doch ein wenig.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mein Auto ist noch da und ich mach mich einarmig wieder zur\u00fcck auf den Weg nach Hause. Kurz bevor ich auf den Hof fahre klingelt mein Handy, es ist jetzt 16:15 Uhr und Carmen hat wohl zuhause ihr Handy ausgepackt und die eine oder andere SMS gelesen. Ich komme einh\u00e4ndig nicht an mein Handy und lasse den Anruf unbeantwortet. 5 Minuten sp\u00e4ter stehe ich in der Wohnung und meine arme Frau ist v\u00f6llig aufgel\u00f6st. Ich bin ein wenig sauer, weil sie mal wieder nicht erreichbar war. Ihr Handy ist w\u00e4hrend der Arbeit in ihrer Tasche und da wird dann auch nicht drauf geguckt. Wozu nimmt man es dann \u00fcberhaupt mit frage ich mich. Aber egal, ich lebe ja noch und sie hat somit meine letzten Worte nicht verpasst.<br>Ich esse erstmal einen Teller Suppe, weil Nahrung hatte ich an diesem Tag noch keine. Dann packen wir ein paar Sachen. Noch schnell g\u00f6nne ich mir ein Bier und beantworte noch meine dienstlichen Mails am Notebook und melde mich bei einigen Leuten ab, soweit das einarmig zu machen ist.<br>Es geht zur\u00fcck ins Krankenhaus. Mein Zimmernachbar ist ein \u00e4lterer Herr der einen netten ersten Eindruck macht. Ich werde mit Schmerzmitteln versorgt, Carmen beruhigt sich wieder und verabschiedet sich dann am Abend.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Zimmernachbar gibt mir die ersten Einsichten in seine Krankengeschichte, verschont mich aber vorerst aber mit Details. Ich verbringe die erste Nacht, wie bei mir nicht gerade un\u00fcblich, relativ schlaflos. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es ist Mittwoch 07:20 Uhr als ein Pfleger das Zimmer betritt und mir froh verk\u00fcndet, dass er mit mir um 07:30 Uhr im OP sein muss, da ich heute dort die Pole-Position habe. Ich schl\u00fcpfe so gut ich eben einarmig kann in meinen sexy Netzschl\u00fcpfer und mein modisches Leichenhemd, ach &#8211; sorry nat\u00fcrlich OP-Hemd. Wir schaffen es p\u00fcnktlich in den OP wo mich der An\u00e4sthesist schon sehns\u00fcchtig erwartet. Man erw\u00e4hnt noch kurz, dass wenn es unter Umst\u00e4nden sein muss, man auch noch meine H\u00fcfte aufschneidet um Konochenmark aus dem H\u00fcftknochen zu entnehmen. Dieses soll dann als F\u00fcllmaterial f\u00fcr eventuelle Zwischenr\u00e4ume am Schl\u00fcsselbein dienen. Ich habe zwar keine &#8222;Entspannungstablette&#8220; bekommen, verk\u00fcnde aber dennoch, dass man sich getrost an mir bedienen soll. Kurz danach gleite ich auch schon ab in das Reich der Tr\u00e4ume.<br>Ich erwache gef\u00fchlte f\u00fcnf Minuten sp\u00e4ter im Aufwachraum. Mein Blick tastet die Wand ab und findet die Uhr schr\u00e4g gegen\u00fcber. Sie zeigt 13:30 Uhr. Muss kaputt sein das Teil, denke ich mir. Ein Pfleger beugt sich \u00fcber mich und k\u00fcndigt meine R\u00fcckfahrt auf das Zimmer an. Ich spreche Ihn auf die Uhr an und er sagt mir das diese durchaus funktionsf\u00e4hig ist. Auf meine Frage ob ich dann eventuell hier vergessen wurde lacht er nur. Den Grund erfahre ich bald.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zu meiner gro\u00dfen und angenehmen \u00dcberraschung erwartet mich Carmen schon im Zimmer. Ich freue mich und d\u00f6se weg. Irgendwann steht der Arzt neben mir und erkl\u00e4rt mir kurz warum ich nun auch noch eine l\u00e4dierte H\u00fcfte habe. Ich habe tats\u00e4chlich den OP \u00fcber 5 Stunden blockiert. Meine, auf dem R\u00f6ntgenbild doch so harmlos aussehende, Fraktur hat sich nach dem Aufschneiden als komplizierte Tr\u00fcmmerfraktur entpuppt. Eine Platte mit 8 Schrauben zieren jetzt meine Clavicula, und ich solle mich nicht wundern, wenn in den ersten Tagen meine H\u00fcfte mehr schmerzt als der Bruch. Das Schlimme ist, der Mann hat Recht.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-gallery columns-1 is-cropped wp-block-gallery-2 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex\"><ul class=\"blocks-gallery-grid\"><li class=\"blocks-gallery-item\"><figure><a href=\"https:\/\/zeptner.com\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/bild6.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"609\" src=\"https:\/\/zeptner.com\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/bild6-1024x609.png\" alt=\"\" data-id=\"484\" data-full-url=\"https:\/\/zeptner.com\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/bild6.png\" data-link=\"https:\/\/zeptner.com\/?attachment_id=484\" class=\"wp-image-484\" srcset=\"https:\/\/zeptner.com\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/bild6-1024x609.png 1024w, https:\/\/zeptner.com\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/bild6-300x178.png 300w, https:\/\/zeptner.com\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/bild6-768x457.png 768w, https:\/\/zeptner.com\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/bild6-1536x913.png 1536w, https:\/\/zeptner.com\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/bild6.png 1776w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><figcaption class=\"blocks-gallery-item__caption\">repariert<\/figcaption><\/figure><\/li><\/ul><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Den Rest des Tages verbringe ich mit meinen zwei Schl\u00e4uchen und Flaschen so ziemlich im Nebel. Abends qu\u00e4le ich mich mit meinen Anh\u00e4ngseln auf die Toilette. Die Nacht verl\u00e4uft ziemlich ruhig, ich stehe unter Drogen und habe dennoch Schmerzen, diese sind aber auszuhalten. Mit jedem Aufstehen und Auftreten f\u00e4hrt ein stechender Schmerz in meine H\u00fcfte. Die Schulter ist da wirklich harmlos gegen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Am n\u00e4chsten Morgen werden die Schl\u00e4uche gezogen und der Zugang aus der Hand entfernt.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-gallery columns-2 is-cropped wp-block-gallery-3 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex\"><ul class=\"blocks-gallery-grid\"><li class=\"blocks-gallery-item\"><figure><a href=\"https:\/\/zeptner.com\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/IMG_0617-scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"https:\/\/zeptner.com\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/IMG_0617-1024x768.jpg\" alt=\"\" data-id=\"485\" data-full-url=\"https:\/\/zeptner.com\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/IMG_0617-scaled.jpg\" data-link=\"https:\/\/zeptner.com\/?attachment_id=485\" class=\"wp-image-485\" srcset=\"https:\/\/zeptner.com\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/IMG_0617-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/zeptner.com\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/IMG_0617-300x225.jpg 300w, https:\/\/zeptner.com\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/IMG_0617-768x576.jpg 768w, https:\/\/zeptner.com\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/IMG_0617-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/zeptner.com\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/IMG_0617-2048x1536.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><figcaption class=\"blocks-gallery-item__caption\">H\u00fcfte<\/figcaption><\/figure><\/li><li class=\"blocks-gallery-item\"><figure><a href=\"https:\/\/zeptner.com\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/IMG_0620-scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"768\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/zeptner.com\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/IMG_0620-768x1024.jpg\" alt=\"\" data-id=\"486\" data-full-url=\"https:\/\/zeptner.com\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/IMG_0620-scaled.jpg\" data-link=\"https:\/\/zeptner.com\/?attachment_id=486\" class=\"wp-image-486\" srcset=\"https:\/\/zeptner.com\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/IMG_0620-768x1024.jpg 768w, https:\/\/zeptner.com\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/IMG_0620-225x300.jpg 225w, https:\/\/zeptner.com\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/IMG_0620-1152x1536.jpg 1152w, https:\/\/zeptner.com\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/IMG_0620-1536x2048.jpg 1536w, https:\/\/zeptner.com\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/IMG_0620-scaled.jpg 1920w\" sizes=\"auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px\" \/><\/a><\/figure><\/li><\/ul><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mein Zimmernachbar stellt sich als Simulant heraus. Er zieht von Krankenhaus zu Krankenhaus um sich gegen seine sporadisch auftretenden Schmerzen behandeln zu lassen. Er erz\u00e4hlt mir seine Lebensgeschichte, vor 13 Jahren starb seine Frau \u00fcberraschend mit 56 Jahren. Sein Sohn und dessen Familie wohnt in Hamburg. Der Mann ist einsam und hat seit damals wechselnde Beschwerden. Krankenh\u00e4user sind f\u00fcr ihn soziale Kontaktstellen, dort wird man versorgt und was viel wichtiger ist &#8211; umsorgt. Wirklich krank ist der 73 j\u00e4hrige nicht. Ob er das allerdings wei\u00df glaube ich nicht. Er erfindet immer neue Gr\u00fcnde warum man ihm behandeln soll, anschlie\u00dfend werden die Behandlungen in Frage gestellt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich nutze die n\u00e4chste Gelegenheit den Stationsarzt \u00fcber meinen Nachbarn aufzukl\u00e4ren, und schon bald steht die Hauspsychologin an seinem Bett. Der Stationsarzt und auch der Oberarzt beeindrucken mich tief. Die haben f\u00fcr alle Belange ihrer Patienten ein offenes Ohr und sind stets bereit sich die n\u00f6tige Zeit f\u00fcr einen zu nehmen. Zwei Tage nach der OP beginnt auch meine physikalische Therapie. Ich lasse meinen Arm bewegen &#8211; sehr bequem. Die Therapeutinnen sind sehr nett, gleiches kann ich auch \u00fcber die Schwestern berichten. Man f\u00fchlt sich im Marienhospital gut aufgehoben. Jeder bem\u00fcht sich dort einem den Aufenthalt so angenehm wie m\u00f6glich zu gestalten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der 73 j\u00e4hrige im anderen Bett nervt zunehmend. Nicht nur das er nachhaltig unser Gesundheitssystem vergewaltigt, nein auch ich muss jetzt direkt unter ihm leiden. Bei der gr\u00f6\u00dften Hitze will er das Fenster \u00f6ffnen um mal zu l\u00fcften, und nachts wenn es dann k\u00fchl ist wird das Fenster zugeschoben. Ich weise ihn einige Male in seine Schranken und bem\u00fche mich parallel dazu bei den Schwestern um ein anderes Zimmer. Meinem Wunsch wird f\u00fcr die letzten drei Tage stattgegeben. Diese genie\u00dfe ich alleine im eigenen Zimmer. Nach 11 Tagen werde ich entlassen. Tags zuvor wird mein Opiat (Oxycodon) abgesetzt und ich werde vollst\u00e4ndig auf normale Schmerzmittel eingestellt. Mein zehnt\u00e4giger Dauertrip endet damit und ich werde wieder clean. Leider ist das auch direkt an den Schmerzen sp\u00fcrbar.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Meinen Dank und meine Zufriedenheit habe ich noch kurz vor der Entlassung dem Chefarzt per Mail mitgeteilt. Ich kann das Marienhospital wirklich empfehlen. Auch wenn das Essen kein Highlight ist, aber da sind mir doch die chirurgischen F\u00e4higkeiten lieber!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Lange Tage und angenehme N\u00e4chte!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 16. Juli 2013 gegen 11:15 Uhr hat es mich dann auch erwischt. 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